“Ebola: Kann man von einer Afrika-Reise zurücktreten?” Fragt der Deutsche Anwaltverein bang in seinem Online-Magazin. Die Antwort: Grundsätzlich nicht, es sei denn man hätte eine Reise in die westafrikanischen Länder Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone gebucht, die von dieser „höheren Gewalt“ betroffen sind.<br /><br />Mit Fällen in Europa und Nordamerika grassiert die Angst inzwischen weltweit. Die ersten <br />Seismographen: Aktien von Fluglinien. An den europäischen Aktienmärkten litten Luftfahrt- und Touristik-Werte: Lufthansa, Air France, die British Airways-Mutter IAG, TUI und Thomas Cook verloren zwischen 0,8 und 3,2 Prozent.<br /><br />Alastair McCaig, Marktanalyst, IG, London: <br /><br />“Die Tatsache, dass wir jetzt Ebola-Fälle in Spanien hatten – mit offenbar nicht ganz so strengen Kontrollen im Umgang damit – schreckt die Märkte schon etwas mehr als sonst.”<br /><br />In den USA begünstigt das Gesundheitssystem die Seuche. Patient Thomas Eric Duncan, inzwischen an Ebola gestorben, wurde vom Krankenhaus in Dallas erst mal mit Antibiotika weggeschickt – der Liberianer auf Familienbesuch hatte keine Krankenversicherung – und kein Geld um 19.000 Euro pro Tag für die Behandlung zu bezahlen – 1.000 Dollar pro Stunde. <br /><br />Jesse Jackson, Bürgerrechtler: <br /><br />“Ich würde dazu neigen, zu glauben: Wer keine Versicherung hat oder von der Gesundheitsfürsorge Medicaid profitiert – wird als Fall weniger dringend.”<br /><br />Allein in den Ebola-Kerngebiet in Westafrika könnte die Epidemie die Wirtschaft bis Ende kommenden Jahres 25 Milliarden Euro kosten, fürchtet die Weltbank – wenn sich die Krankheit auch auf Nachbarländer von Liberia, Guinea und Sierra Leone ausbreite, die wirtschaftlich weitaus wichtiger seien.<br /><br />Wir werden uns wohl an den Anblick vermummter Medizin-Marsmenschen gewöhnen müssen. <br /><br />su mit dpa, Reuters
