Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht hat das<br />umstrittene Burkini-Verbot einer Gemeinde an der Côte d’Azur gekippt. Zur Begründung hieß es, die Emotion und Verunsicherung nach den Terroranschlägen im Land reichten nicht als Rechtfertigung einer derartigen Verordnung aus. <br />Auf seiner Facebook-Seite teilte Regierungschef Manuel Valls mit, der Richterspruch werde die aufgeflammte Diskussion über den Burkini nicht beenden. Weiter hieß es: “Den Burkini zu verurteilen, ist kein Eingriff in die individuelle Freiheit, sondern die Ablehnung eines tödlichen, rückwärts gerichteten Islamismus.”<br />Insgesamt etwa 30 französische Kommunen die Ganzkörper-Badeanzüge für Musliminnen an ihren Stränden verboten. Mehrere davon erklärten bereits, sie wollten weiterhin an ihren lokalen Burkini-Verboten festhalten. Der Streit geht also weiter.<br />Vor allem aber dient der Ganzkörperbadeanzug in Frankreichs politischem Sommerloch zudem als geeigneter Stoff für diverse Kandidaturanwärter, sich im beginnenden Wahlkampf um die Präsidentschaft in Stellung zu bringen.<br />