Am Sonntag wählt Russland ein neues Parlament – auf Russisch: die Duma. Die Wahl hätte eigentlich am 4. Dezember stattfinden sollen, wurde aber vorgezogen. Beobachter rechnen damit, dass es dadurch mehr Enthaltungen geben wird. <br /><br /> Die Wahl lässt viele Russen kalt. Nur 9% geben an, den Wahlkampf verfolgt zu haben, 43% hätten ihn komplett ignoriert. Das geht aus Umfragen des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada hervor.<br /><br /> Mögliche Zusammensetzung der Duma<br /><br /> Die Meinungsforscher rechnen mit einem Sieg der Putin-Partei “Einiges Russland”, deren Kandidat ist der scheidende Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Laut Umfragen des Lewada-Instituts kommt die Partei wohl nur auf 41,1% der Stimmen und verlöre damit ihre parlamentarische Mehrheit, die bei 300 Sitzen liegt.<br />Präsident Wladimir Putin zeigte sich in den vergangenen Tagen demonstrativ an Medwedews Seite.<br /><br /> Die Kommunisten unter Gennadi Sjuganow würden laut Umfrage nicht mehr zweitstärkste Kraft in der Duma. Nur 7,4% der Russen sind demnach bereit, sie zu wählen. Mehrheit der Wähler sind Rentner. Er selbst ist 72 Jahre alt, doch für einen Nachfolger will er bisher keinen Platz machen.<br /><br /> Gute Chancen ausrechnen kann sich laut Lewada die Liberaldemokratische Partei des Ultranationalisten Wladimir Zhirinovski. Demnach wird sie zweitstärkste Kraft mit 12,6% der Stimmen.<br /><br /> Der Chef von “Gerechtes Russland”, Sergei Mironow, ist optimistisch, dass auch seine Partei weiter in der Duma bleibt. Alle vier genannten Kräfte unterstützen Mironow zufolge Präsident Putin.<br /><br /> Opposition<br /><br /> In der Tat werden der Opposition wenig Chancen ausgerechnet, in die Duma einzuziehen – obwohl die 7%-Hürde auf 5% heruntergesetzt wurde.<br /><br /> Selbst der Partei PARNAS unter der Führung des früheren Ministerpräsidenten Michail Kassjanow wird es wohl nicht gelingen, genügend Wähler zu mobilisieren.<br /><br /> Obwohl Russland in der Rezession steckt und die Gehälter zum ersten Mal seit 15 Jahren sinken, ist Putins Zug noch längst nicht abgefahren. Er istn beliebt wie immer.<br />Beobachtern zufolge bereitet er bereits seine Kandidatur für die Präsidentenwahl 2018 vor.<br />
