Feind liest mit. Damit muss rechnen, wer Nachrichten und Bilder über Messaging Apps versendet. <br />Das geht aus einem an diesem Freitag veröffentlichten Bericht von Amnesty International hervor. <br /> <br /> Die Menschenrechtsorganisation untersuchte die elf beliebtesten Messaging-Apps. Demnach müssen Skype und Snapchat deutlich aufholen, um die Privatsphäre zu schützen. Sherif Elsayed-Ali von Amnesty fordert, <br />“Privatsphäre ist ein Grundrecht des Menschen, sie ist fundamental. Wenn Smartphone-Nutzer Nachrichten an Freunde und Angehörige schicken, sollen diese privat bleiben. Kein Unternehmen soll sie lesen können. Genau so wenig wie Regierungen, die ihre Bevölkerung ausspionieren.” <br /> <br /> Am empfindlichsten treffen die Sicherheitslücken junge Leute, weil sie massiv über Apps kommunizieren. <br />Amnesty berichtet weiter, dass die Kurznachrichtendienste von Tencent und Blackberry am schlechtesten abschneiden. Der Grund: Beide verschlüsseln die Nachrichten und Bilder nicht ausreichend. <br /> <br /> Elsayed-Ali riet, <br />“Unternehmen können die Privatsphäre der Menschen besser schützen, indem sie die Nachrichten stark verschlüsseln. Das bedeutet, dass nur Sender und Empfänger die Nachricht lesen können.” <br /> <br /> Das ist die so genannte End-to-end-Verschlüsselung: Eine Nachricht wird vom Smartphone des Absenders mit einem Code verschlüsselt. Erst der Empfänger kann die Nachricht wieder entschlüsseln. <br />Standardmäßig ist die bei den Anbietern Facebook, Whatsapp und Face Time eingebaut, die in der Untersuchung besonders gut abschnitten. <br /> <br /> Elsayed-Ali mahnte, <br />“wenn wir jetzt den Schutz nicht systematisch ausbauen, vor allem mit sehr strengen Verschlüsselungen, werden wir in 20 Jahren aufwachen und feststellen, dass es keine Privatsphäre mehr gibt.”