Die Insel des Dr. Moreau, englischer Originaltitel The Island of Dr. Moreau, ist ein 1896 erschienener phantastischer Roman des englischen Schriftstellers H. G. Wells. Er enthält Elemente der Science-Fiction-, der Horror- und der Abenteuerliteratur. <br /><br />Inhalt <br />Aufbau und Erzählsituation <br />Die eigentliche Handlung ist eine Ich-Erzählung aus der Perspektive eines Edward Prendick, die mittels Herausgeberfiktion in eine rudimentäre Rahmenhandlung eingebunden ist. Die Erzählung wird als ein schriftlicher Bericht präsentiert, den der Neffe und Erbe des Erzählers unter den Papieren seines verstorbenen Onkels findet und den er mit diesem Buch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Rahmenhandlung besteht nur aus einer zweiseitigen Einführung, die der Neffe Charles Edward Prendick im Stil eines Herausgeber-Vorworts unterzeichnet. Die folgenden 22 Kapitel geben den fiktiven schriftlichen Bericht Edward Prendicks wieder und enden mit dessen Unterschrift. <br /><br />Handlung <br />Der Privatier Edward Prendick erleidet 1887 im Südpazifik Schiffbruch. Als einziger überlebender Insasse eines kleinen Rettungsboots wird er von dem Arzt Montgomery vor dem Tod bewahrt. Dieser ist an Bord des Schoners Ipecacuanha mit einer merkwürdigen Ladung Tiere – darunter ein Lama und ein Puma – unterwegs zu einer einsamen Insel, wo er unter der Leitung des Biologen Moreau eine „biologische Station“ betreibt. Als die Insel erreicht ist, setzt der Kapitän des Schoners Prendick erneut auf dem Meer aus. Moreau erklärt zunächst, niemanden auf der Insel aufnehmen zu können, lässt sich aber schließlich doch dazu bewegen. <br /><br />Allmählich geht Prendick auf, dass die Vorgänge in der Forschungsstation von einem Geheimnis umgeben sind; ihr Labor darf er nicht betreten, doch werden dort offenbar Tiere viviseziert. Eines Tages verstören ihn die markerschütternden Schreie des Pumas, den Montgomery auf die Insel gebracht hatte, so sehr, dass er aus seiner Unterkunft flieht. Ziellos wandert er auf der Insel umher und trifft dabei auf eine Reihe von eigenartigen, mehr oder weniger menschlich aussehenden Lebewesen, die zum „Tiervolk“ (Beast Folk) gehören. Von einem dieser Lebewesen wird er verfolgt, kann sich aber in sein Zimmer retten. Am nächsten Tag klingen ihm die Schreie, die aus dem Labor dringen, so menschenähnlich, dass er das Verbot übertritt und die Tür zur Station öffnet. Er glaubt zu erkennen, dass Moreau einen Menschen viviseziert, und flieht aus Furcht, dasselbe Schicksal zu erleiden, vor dem wütenden Moreau zum Dorf des Tiervolks. Als Montgomery und Moreau ihn verfolgen, droht Prendick, sich im Meer zu ertränken, lässt sich aber schließlich zur Rückkehr bewegen.
